Jagdwetter

Hurra, es ist Jagdwetter!

Ich kriege keine nassen Füße mehr, wenn ich auf den Balkon raus gehe. Die Sonne ist wieder da. Und der liebe Wind pustet mir jede Menge zum Jagen herein. Das macht Spaß, ich kann gar nicht genug davon kriegen. Diese lustigen raschelnden Blätter, jippieh!

Was auch ganz toll ist: die Markise ist eingerollt. Da kann ich wie eine Wildsau den Balken hoch auf die Strebe rasen und mir die Welt von ganz oben ansehen.

Nein – keine Angst, die Sache hab ich voll im Griff. Ich fall nicht runter. Und selbst wenn – weit komm ich nicht. Ist doch das Netz davor. Jedenfalls kann ich mir den Hund auf dem Nachbarbalkon von hier aus auch viel besser anschauen. Ist ein seltsames Tier. Der bellt immer, wenn unten auf dem Bürgersteig Leute mit anderen Hunden vorbei kommen. Als ob die hier hoch könnten. Pfff, Hunde sind ziemlich einfältig.

Mein Dosi hat die meisten Blumentöpfe vom Balkon nach drinnen geholt und bestimmt nur für mich, damit ich mehr Platz habe. Die Gräser sind noch draußen, die, an denen ich so gern die Spitzen abknabber. Letztens hat eine im Laden erzählt, ihre Katze hätte sich die Speiseröhre an einem Zypergras zerschnitten. Puh, eine Blamage für unsere Innung. Aber leider gibt es auch dumme Katzen. War bestimmt so eine Hochgezüchtete. Das weiß man doch, dass man nur die Spitzen knabbert. Ich hab ganz viel Gras zur Auswahl. Das stinknormale, dass auch in den Gärten wächst, mein Zyperngrasbusch, dieses gestreifte, das so herrlich raschelt im Wind und letztes Jahr hatte ich sogar Hanf, das Vogelfutterzeug, nicht, was ihr denkt. Die Hanfstengel sind toll. Auf denen kann ich super herum kauen. Dieses Jahr gabs das leider nicht, aber ein bisschen vom alten Stengel liegt ja noch auf meinem Kratzebaum. Außerdem krieg ich jeden Tag die DENTIS, die Leckerchen mag ich besonders. Sind schön hart und knacken durch die Zahnritzen.

Hier seht ihr mich gerade beim genussvollen Knabbern. Dosi mag das wohl nicht so gern, scheint eine Lieblingspflanze von ihr zu sein. Sie sagt, wenn sie das mitkriegt: „Lina, geh an deinen eigenen Topf…“

Aber den mag ich lieber, wenn ich Lust auf Spiele hab. Ich geh zuerst zu Dosi und beiß ihr in den Ellbogen. Dann weiß sie, dass ich spielen will. Manchmal spring ich ihr auch ans Bein, so hab ichs früher auch mit Mikesch gemacht. OK, dann lauf ich hinter mein Zypergras und warte. Dosi wirft mir dann über den Busch meine Spielmaus zu und ich fange die aus der Luft. Manchmal schlag ich sie auch direkt zurück, wie ein Volleyeballspieler, ihr wisst schon.

Einfach super alles. Und heute wars oberspitzenmäßig. Ich hoffe, morgen gibts wieder so genialen Sonnenschein.

Euch wünsch ich auch ne Mütze Sonne,

eure Lina*

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Negativ

Negativ ist zum Beispiel, wenn der Dosenöffner mit uns schimpft („lass das!“ oder „runter!“ ruft). Blöd auch, wenn diese Balkontür nicht aufgemacht wird, nur weil so ein blödes und völlig überflüssiges Sicherheitsnetz fehlt. Wo uns doch diese Tüten und Teppiche auf dem Nachbarbalkon irrsinnig inspirieren würden bei unseren Dekorationsgelüsten. Wir fanden das heute Morgen auch total negativ, dass sie unsere Flurdekoration weg geräumt hat. Aber ich werd mich noch lange dran erinnern. Ich hab jetzt nämlich graue statt der weißen Pfötchen – wie ein richtiger Draußenkater.

Was haben wir uns gefreut, als nach langem Schlaf in den Armen unseres Dosenöffners die Welt wieder in Ordnung war. Und dabei sah es erst gar nicht danach aus. Gestern Abend hat sie versucht, uns zu trennen. Lina war auf einmal in dem Zimmer, in das wir sonst nie rein dürfen und ich war im Wohnzimmer und die Tür zum Flur wurde geschlossen. Unglaublich! Was hat sie sich nur dabei gedacht? Sogar ein Katzenklo hat sie in das Zimmer getragen und Fress- und Wassernapf. Von so einem Kleckschen Futter wird doch kein Kater satt! Und mit Lina wollte ich doch nur das Raufspringspiel weiter spielen.

Hat ja auch nicht geklappt mit diesem Separieren. Wir haben ordentlich Terror veranstaltet. An der Tür gekratzt und miaut und mich durfte sie nicht streicheln. Da hat sie dann auch aufgegeben und Lina wieder zu mir gelassen. Heute Morgen jedenfalls ist alles wieder OK gewesen. Die Futterration war anständig großzügig und wir haben durch die ganze Wohnung getobt.

Ich hab mir Linas Bauch angesehen. Schick rasiert und mit Knötchen verziert. Und ein neues Spiel gab es auch. An der Fensterscheibe rollen viele kleine Kugeln herunter. Die versuchen wir zu fangen. Aber es klappert und pustet dermaßen da draußen auf dem Balkon, dass diese Kugeln viel zu schnell herunter rollen. Die sollte mal die Tür aufmachen, dann würden wir die schon alle einfangen.

Aber was wir obersupermegaspitzenmäßigoberklasse finden, ist das zweite Leukosetestergebnis:

es ist NEGATIV, NEGATIV, NEGATIV…!!! Wir haben doch keine Leukose und können uralt werden!

Juhuuu!

Heute hat unsere Mitbewohnerin wieder mit uns gespielt. Gottseidank, wir dachten schon, die will nur noch herum liegen. Jawoll, das Bällchenspiel haben wir gemacht. Ich muss neidisch zugeben, dass Lina der bessere Torwart ist. Die fängt die Bälle aus der Luft und dabei springt sie bestimmt einen halben Meter hoch.

Na, ich spiele sowieso lieber mit dem Ball an den Schuhen herum, ich glaube, das nennt man Schuhbillard. Sigi hat mich dabei fotografiert (mittlerweile stört es mich nicht mehr, wenn sie mit dem Ding, dass manchmal blitzt, auf der Lauer liegt).

Obwohl die Mitbewohnerin krank war, ist sie mit uns zum Tierarzt. War gar nicht so schlimm, weil sie uns dabei so fein gekrault hat. Lina hatte totale Angst und da haben sie mich als erstes dran genommen, damit sie sehen kann, dass es nichts gibt, wovor man Angst haben muss. Zuerst hat der Arzt in meine Ohren geguckt und dann hat er mich hinten gepiekst. Aber ich war tapfer und hab die ganze Zeit geschnurrt. Schnurren baut ja auch Stress ab. Dann kam Lina an die Reihe. Sie hat sich gleich ganz steif gemacht und viele Haare abgefusselt. Half aber nix. Sigi hat sie, wie damals unsere Mutter, im Genick festgehalten und natürlich auch gekrault und der Arzt hat mit ihr dasselbe gemacht wie mit mir. Ach ja, beinah vergessen: merkwürdig riechendes Zeug haben wir noch zwischen die Schulterblätter gekriegt. Davon sollen Flöhe und Milben tot gehen. Von denen hatten wir viel zu viele, als sie uns damals fanden.

Bisschen misstrauisch waren wir ja, ob wir wohl wieder in diese schöne neue Wohnung zurück kehren. Aber Sigi hat ihr Versprechen gehalten und wir haben sogar ne Extra Portion allerleckerstes Futter bekommen. Seitdem ist Lina dauernd mit ihr am Schmusen und ich muss ganz schön drängeln, damit ich auch Streicheleinheiten abkriege. Aber wir durften uns heute nicht gegenseitig das Fell putzen, da ist sie immer gleich dazwischen gegangen.

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Das Leben ist schön! Juhuuu!

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We are the champions

Uns gehört die Welt und gerade streiten wir darum, wer hier berichten darf.

Wir streiten immerzu, nur so zum Spaß. Oder wir verstecken unsere Spielsachen, sodass Sigi die nicht mal beim Großreinemachen wiederfindet. Die hat übrigens beschlossen uns zu zeichnen. Da können wir dann auch helfen, wir üben seit Tagen das Sitzen vor dem Computer. Uns entgeht keine einzige Mausbewegung.

Also – ich berichte hier, Mikesch. Hab ich doch gleich gesagt. Schließlich bin ich der ältere und mutigere von uns beiden.

Heute war es extrem unruhig in unserer Wohnung. Sigi ist den halben Tag lang mit Wassereimer und Putzlappen herum gelaufen, hat unsere Lieblingsgardinen von den Fenstern genommen (die, wo wir so toll unsere Krallen rein hacken können), sogar den Herd hat sie in der Küche herum geschoben und den Fußboden nass gemacht. Mir macht das aber nichts aus, es riecht ja nicht so eklig wie die Hände, wenn Sigi sich mit diesem weißen Zeug eingeschmiert hat. Oder diese Frau, die uns oft besuchen kommt. Die riecht meist ganz schrecklich. Sigi sagt, das heißt Franzbranntwein. Bäh, scheußliches Zeug. Die Frau meinte, sie könne nicht verstehen, warum sie uns nicht streicheln darf. Blöde Frage. Sie muss nur aufhören, so zu riechen, dann darf sie uns auch mal kraulen. Die ist ja auch prompt noch gekommen, als wär diese Räumerei in unserer Wohnung nicht schon anstrengend genug gewesen.

Als wir nämlich dachten, nun sei endlich wieder Ruhe, klingelte das Telefon. Wir haben was von Impfen und Wurmkur gehört. Das beunruhigte uns nun doch etwas. Und nicht genug damit. Ging doch die Tür auf und diese Frau, die Sigi Ma nennt, kam herein. Mit ganz merkwürdigen Schuhen, die wir nicht kannten. Und so ein seltsames Fell trug sie und roch ganz merkwürdig. Sigi meinte zu ihr, weil wir uns schnell versteckten, sie solle besser dieses Fell ausziehen, es würde zu stark nach Lavendel riechen. Was auch immer das sein mag. Bäh und Doppel-Bäh!

Lina hat sich dann doch zu ihr aufs Sofa gelegt, wegen der Sonne. Ich bin lieber in der Küche geblieben, bis die Ma wieder gegangen ist.

Das war alles zu aufregend heute. Ein Schläfchen muss sein.

Aber heute Abend gehts wieder rund. Wie gestern, da haben wir fast zwei Stunden herum getobt und mit Sigi das FüßeunterdemFlurteppich- Spiel gespielt. Sie ist schon eine ziemlich angenehme Mitbewohnerin.

Alltag

Montag, der 27.Dezember 2010

Wir haben sie heute geschafft. Pünktlich wie jeden Morgen waren wir um halb sieben auf den Pfoten und starteten neben ihrem Kopfkissen eine kleine Rauferei. „OK“, sagte sie, stand auf und packte uns das Frühstück auf unsere nagelneuen Näpfe. Wir kriegen nun auch zwischendurch Futter für Katzenkinder, dass die Immunabwehr stärken soll. Wir mögen Abwechslung und das frische Trinkwasser, immer das selbe Futter ist langweilig und Fisch mögen wir gar nicht. Nur die Fische im Aquarium sind spannend, da können wir lange davor sitzen und zuschauen. Und natürlich Katzengras, an dem wir herum knabbern dürfen. Das brauchen wir, damit wir die Haare wieder los werden, die wir bei unserer Fellpflege verschlucken. Apropos Pflege – wir  haben auch ein neues Katzenklo.

Nach dem Service an uns wollte Sigi eigentlich noch weiter schlafen, aber wir haben sie nicht gelassen.

Wir haben das Tischdeckenspiel gespielt. Und da kam es wieder, dieses: „Lass das!“  Zu spät – Lina ist mit der Kralle drin hängen geblieben. Es hat gepoltert, genau so wie am Vortag, als Lina in der Küche den Serviettenkasten untersucht hat.

Lina ist nicht mehr so ängstlich und lässt sich beschmusen.

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c. Sigi

arschhaarzopf

Weder Manieren noch Geschmack. Wir bitten, dies zu entschuldigen.

Der Mamablog mit Augenzwinkern - Frau-Mutter.com

Der Mamablog am Rande des Nervenzusammenbruchs. Lustiges, Informatives und viele Gewinnspiele rund um das Thema Familie. Immer mit einer Prise Ironie.