Abschied

Januar 2016 – den Himmel zieren Federwolken, weiße Kristalle bedecken das Oldenburger Umland.

22. Januar 2016

22. Januar 2016

Lina hat heute für immer Abschied genommen.

Die Leukose hat gewonnen.

Ich bin todtraurig.

 

Vier Jahre währte unsere Gemeinschaft, vier glückliche Jahre.

 

 

 

Sie spielte gern Fangen mit der kleinen Spielmaus, zerrupfte leidenschaftlich gern mein Sofa und begrüßte mich liebevoll, wenn ich von der Arbeit kam, indem sie sich mir zu Füßen auf den Rücken warf, damit ich ihr den Bauch kraulen konnte.

Anfang Januar 2016

Anfang Januar 2016

Nur fotografieren fand sie doof, dann ging sie immer weg. Ich habe nur wenige Bilder von ihr, ein großes schönes Bild bewahre ich mir in meinem Herzen.

 

Regenbogenbrücke

Ich danke Ullrich, der mir den Link zu den schönen Gedichten gab.

Die Regenbogenbrücke ist wohl allen bekannt, die irgendwann ein geliebtes Tier haben gehen lassen müssen.

Meine Lieblingsgeschichte ist von Exupéry und mit dieser mache ich heute einen letzten Eintrag für Kater Mikesch, der am Freitag, dem 9. September 2011 für immer gegangen ist:

***

Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust  (Antoine de Saint-Exupéry)

***

Wenn du bei Nacht den Himmel anschaust, wird es dir sein,

als lachten alle Sterne,

weil ich auf einem von ihnen wohne,

weil ich auf einem von ihnen lache,

du allein wirst Sterne haben, die lachen können.

 

Wenn du dich getröstet hast (man tröstet sich immer),

wirst du froh sein, mich gekannt zu haben.

Du wirst immer mein Freund sein,

und deine Freunde werden erstaunt sein,

wenn sie sehen, daß du den Himmel anblickst und lachst.

***

Lina sagt:

„Klar, es ist etwas merkwürdig…, mein Bruder war zum Schluss merkwürdig, er wollte allein sein. Nun bin ich hier die einzige Katze und habe Dosi für mich allein. Ich werde sie in Grund und Boden schmusen.“

               (Katzen kommen irgendwie besser mit solchen Situationen klar)

Es grüßen euch herzelich Sigi und Lina*

Leukose

Seit Montag, dem 5. September kämpfen wir.

Nach einer furchtbaren Nacht von Sonntag auf Montag, in der, wie ich vom Tierarzt erfuhr, Mikesch über 40 Fieber hatte, holte ich dem armen Kerlchen seinen Lieblingsblumentopf ins Wohnzimmer.

Er war zu schwach um zu gehen, die Hinterbeine schafften es nicht. In der Praxis hatte er drei Spritzen bekommen, darunter eine, um das Fieber zu senken, das lebensbedrohlich hoch war, und weitere zum Kräftigen und ein Antibiotikum. Außerdem wurde ihm Blut abgenommen.

Er hatte innerhalb von zwei Tagen extrem viel Gewicht verloren und war völlig apathisch. Außerdem fraß er Katzenstreu, ein ganz schlimmes Zeichen. Sein Lieblingsfutter nahm er nur stückchenweise aus der Hand und das nur in ganz kleinen Mengen. In der Tierarztpraxis erfuhr ich, dass offenbar mit seiner Leber etwas nicht in Ordnung war. Sein Augenweiß war gelbstichig und die sonst rosigen Fußballen waren total blass. Das arme Tier fühlte sich erschreckend kalt an.

Ich rief beim Arbeitgeber an und nahm mir für Montag frei. Mittags erhielt ich einen Anruf und die schreckliche Diagnose: Leukose. Eine Welt brach zusammen. Der erste Test  vor etwa einem Jahr war positiv, der zweite Anfang diesen Jahres lautete negativ und ich hätte nun mit allem möglichen gerechnet, aber nicht damit.

Seit Montag habe ich mir viel Info zu dieser Krankheit besorgt und weiß nun, dass die Möglichkeit besteht, dass das Virus beim Bluttest nicht entdeckt wird und irgendwann die Krankheit aus verschiedenen Gründen ausbrechen kann.

Bis gestern dachte ich noch, wir könnten es schaffen. Interferon- Therapie, Antibiotikum und viel Geduld beim Füttern. Auch Mikeschs Schwester ist sehr rücksichtvoll. Tiere haben ein besonderes Gespür. Heute Morgen war zwar das Fieber weg und Mikesch bekam seine Interferon- Spritze und Antibiotikum, aber nachmittags hatte sich sein Zustand drastisch verschlechtert. Er nahm weder Nahrung noch Flüssigkeit auf, erbrach sich ständig und konnte gar nicht mehr aufstehen. Also waren wir nachmittags noch einmal beim Doc. Leider konnte er uns keine Hoffnung machen. Zwei Tage noch maximal abwarten…

Mikesch zieht sich total zurück. Seine Pupillen sind stark erweitert, er ist apathisch und liegt auf seinen Vorderpfoten, um sich im Brustbereich Erleichterung beim Atmen zu verschaffen. Das Knochenmark ist betroffen, die schlimmste Verlaufsform bei der Leukose. Es gibt nicht genug rote Blutkörperchen, um Sauerstoff durch den Körper zu transportieren. Darum pumpt sein Herz wie verrückt. Es ist mir nicht gelungen, ihm irgendwie Nahrung oder Flüssigkeit zu geben. Er schluckt nicht.

Lina geht ab und zu nach ihm sehen. Dann sitzt sie vor ihm und beobachtet ihn. Wir haben auch schon zu zweit bei ihm gesessen. Bei meinem letzten Versuch, ihn zu kraulen, fauchte er mich an… kein gutes Zeichen.

Es tut mir sehr leid, dass die Geschichte eine solche Wendung genommen hat. Ich hätte euch so gern noch mehr lustige Geschichten von diesem kleinen Rocker erzählt.

Seid lieb gegrüßt von Sigi.

arschhaarzopf

Weder Manieren noch Geschmack. Wir bitten, dies zu entschuldigen.

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Der Mamablog am Rande des Nervenzusammenbruchs. Lustiges, Informatives und viele Gewinnspiele rund um das Thema Familie. Immer mit einer Prise Ironie.